Preis für Agrardiesel steigt um 45 %. Foto: COAG
DAS BETANKEN DES TRAKTORS KOSTET 132 EURO MEHR
Die Auswirkungen sind direkt in den landwirtschaftlichen Betrieben zu spüren. Einen 300-Liter-Tank eines Traktors zu füllen, kostet derzeit 421,50 Euro gegenüber 289,50 Euro im Februar. Das entspricht einem Mehraufwand von 132 Euro. COAG zufolge deckt die derzeit geltende Sonderhilfe den gesamten Anstieg nicht ab. Nach Berechnungen des Verbands trägt der Landwirt nach Anwendung der maximal vorgesehenen Entschädigung weiterhin Mehrkosten von 22,7 Cent pro Liter.
Der Landwirtschaftsverband warnt, dass diese Situation in einem besonders heiklen Moment eintritt, kurz vor der Aussaat des Wintergetreides. In Spanien gibt es rund 4,93 Millionen Hektar Getreideflächen im Trockenanbau. COAG befürchtet, dass die hohen Kraftstoffkosten die Rentabilität der Bodenbearbeitung und Aussaat verringern. Der Generalsekretär des Verbands, Andrés Góngora, warnt, dass die Verteuerung letztlich auch die Getreideproduktion, die Tierfütterung und die gesamte agroalimentäre Kette beeinträchtigen könnte.
COAG FORDERT VERLÄNGERUNG DER HILFEN
Zu dieser Lage kommt hinzu, dass die derzeit geltenden Unterstützungsmaßnahmen am 30. September auslaufen. Nach Angaben des Verbands gibt es noch keine veröffentlichte Regelung, die ihre Fortsetzung garantiert. COAG fordert, die Hilfen für Agrardiesel und die reduzierte Besteuerung bis zum Jahresende zu verlängern. Außerdem soll die derzeitige Obergrenze von 20 Cent pro Liter angehoben oder abgeschafft werden, damit die Entschädigung besser dem tatsächlichen Anstieg der Kraftstoffpreise entspricht.
Der Verband fordert zudem, dass die Hilfen direkt beim Tanken über eine landwirtschaftliche Berufskarte angewendet werden können, statt sie später zurückzuerhalten, und verlangt mehr Informationen über die Vertriebsmargen. COAG hält ein Vorgehen vor dem Beginn von Kampagnen wie der Olivenernte und der Getreideaussaat für dringend notwendig. Der Verband warnt, dass die Beibehaltung dieser Kosten die Tätigkeit von Landwirten und Viehzüchtern gefährden könnte.