Der Schlüssel liegt in einer Fundstätte bei Galve, die bereits 2015 als echte „Kinderstube“ von Dinosauriern interpretiert wurde. Dort wurden fast 1.500 Fossilien von weniger als einem Meter langen Jungtieren geborgen, darunter etwa 250 Schädelreste. Dinosaurier-Schädelknochen zu finden, ist bereits ungewöhnlich. Dass sie zudem von so jungen Exemplaren stammen, macht den Fund aus Teruel besonders außergewöhnlich.
Vergleich einiger Schädelfossilien von Jungtieren und erwachsenen Exemplaren von Iguanodon galvensis.
Dank dieser Fossilien und ihres Vergleichs mit jugendlichen und erwachsenen Exemplaren, die an anderen Stellen bei Galve und in Belgien gefunden wurden, konnten die Forschenden die Veränderung des Tieres während seines Wachstums nachvollziehen. Die Studie zeigt, dass sich der Schädel von Iguanodon deutlich veränderte und im Laufe der Entwicklung länger wurde. Außerdem wird deutlich, dass einige Merkmale, die traditionell zur Unterscheidung von Arten herangezogen wurden, zwischen Individuen derselben Art variieren konnten.
DIE VERBORGENEN HINWEISE IN IHREM GEBISS
Auch die Zähne dieser kleinen Jungtiere haben Hinweise auf ihre ersten Lebensmonate geliefert. Obwohl sie gerade erst zu wachsen begonnen hatten, verfügten sie bereits über ein komplexes Gebiss, das auf die Verarbeitung pflanzlicher Nahrung ausgelegt war. Bei einigen Exemplaren zeigt das Fehlen von Ersatzzähnen, dass sie starben, bevor ihr erster Zahnwechsel abgeschlossen war. Ihr Alter lag somit unter 200 Tagen.
Iguanodon galvensis lebte vor 125 bis 123 Millionen Jahren in dem Gebiet, das heute Teruel ist. Er war Pflanzenfresser, hatte einen Hornschnabel, einen charakteristischen Daumensporn und konnte sowohl auf vier Beinen als auch gelegentlich auf zwei Beinen gehen.