Doch die Nervosität legte sich allmählich, und die Präsentation nahm in einer filmreifen Kulisse Fahrt auf: einem mittelalterlichen Saal im Palast der Herzöge von Braganza, mitten im Herzen von Guimarães, der Stadt, die als Wiege Portugals gilt.
Bürgermeisterin Natalia Chueca und die Stadträtinnen Tatiana Gaudes und Blanca Solans ergriffen gemeinsam mit vier weiteren Mitgliedern der Bewerbung nacheinander das Wort. Dann folgte einer der visuellsten Momente: ein Video mit Wassergeräuschen und lächelnden Gesichtern von Einwohnern Zaragozas am Ebro, im Parque Grande, an der Aljafería, am Pilar, auf dem Bizi oder in der Straßenbahn.
Die Bilderfolge mündete in das Motto der Bewerbung: „Zaragoza cares naturally“. Mit diesem Satz sollte die Beziehung der Stadt zu ihrer Umgebung und ihre Fähigkeit zusammengefasst werden, sich an ein zunehmend anspruchsvolleres Klima anzupassen.
VORSCHLÄGE, DIE ZARAGOZA UMSETZEN WÜRDE
Außerdem wurden einige der Vorschläge vorgestellt, die Zaragoza im Falle eines Erfolgs umsetzen würde. Dazu gehört Green Vive Latino, das bekannte Festival, bei dem diesmal für jedes verkaufte Ticket ein Baum im künftigen Wald der Grünen Hauptstadt gepflanzt würde.
Auch das Wasser bekäme mit Ebro Vivo ein eigenes großes Ereignis. Dabei würde das Erbe der Expo 2008 mit kulturellen und sportlichen Aktivitäten am Fluss wiederbelebt. Zudem wurden Initiativen zur Renaturierung, Kreislaufwirtschaft, Klimaschutzräume und Bürgerbeteiligung vorgestellt – im Rahmen der fünf Schwerpunkte der Bewerbung: Natur, Wasser, Ressourcen, Resilienz und Menschen.
Danach kam der Moment, an dem die Presse nicht länger dabei sein durfte. Die Regeln sahen vor, dass der Saal verlassen werden musste, sobald die Fragen der Jury begannen. Die Türen schlossen sich, und die Delegation aus Zaragoza blieb mit den Bewertern allein. Die Würfel sind gefallen. Morgen findet im Teatro Jordão de Guimarães die Gala statt, bei der bekannt gegeben wird, welche Stadt Europäische Grüne Hauptstadt 2028 wird.