Die Forderung kommt von Parques con Salud, einer neuen Kampagne zur Bürgerwissenschaft, die vor dem sogenannten „kumulativen Cocktail-Effekt“ der in diesen Bodenbelägen enthaltenen Stoffe warnt. Nach Angaben der Organisation können sie Organophosphat-Weichmacher, Flammschutzmittel, Harze, Farbstoffe und Schwermetalle enthalten. Eine Belastung könne durch Hautkontakt, das Einatmen flüchtiger Verbindungen oder das versehentliche Verschlucken kleiner Partikel erfolgen. „Mit großer Wahrscheinlichkeit sind all diese Böden gesundheitsschädlich und sollten vermieden werden“, erklärte José Antonio Sánchez Raba, Sprecher von Ecologistas en Acción.
Die Kampagne fordert, das Vorsorgeprinzip bereits jetzt anzuwenden und nicht auf die in den europäischen Vorschriften vorgesehenen Fristen zu warten. Ecologistas en Acción erinnert daran, dass für die Verwendung von Granulat als Füllmaterial auf bestimmten Sportflächen eine Übergangsfrist bis zum 17. Oktober 2031 gilt. Die Organisation fordert, schon vorher mit dem Austausch zu beginnen und dabei die am stärksten beschädigten Böden sowie besonders intensiv genutzte Bereiche zu priorisieren.
PARQUES CON SALUD WIRD IN GANZ SPANIEN EINE KARTIERUNG DURCHFÜHREN
Zu den vorgeschlagenen Alternativen gehören Gras, Sand, Erde, Holz, Stein oder polierter Beton – stets unter technischer Aufsicht, um Barrierefreiheit und Sicherheit im Hinblick auf mögliche Stürze zu gewährleisten. Als Beispiel nennt die Organisation die kantabrische Gemeinde Puente Viesgo, wo solche Veränderungen bereits vorangetrieben werden. Sie weist außerdem darauf hin, dass Gummi während Hitzeperioden Wärme speichert, während natürliche Böden in Kombination mit Bäumen zur Schaffung von Klimaschutzräumen beitragen können.
Parques con Salud wird am kommenden 17. Oktober eine Bürgerkartierung starten, um Spielplätze, Schulhöfe und Sportanlagen mit solchen Bodenbelägen zu erfassen.