Unter dem Titel "Macht kleiden. Kleidung, Hierarchie und visuelle Identität in Geschichte und historischer Rekonstruktion" wird die Ausgabe 2026 eine im vergangenen Jahr begonnene Forschungslinie zur historischen Kleidung und szenischen Kostümgestaltung vertiefen. Im Mittelpunkt stehen nun stärker spezialisierte Fragen rund um Macht, soziale Differenzierung, Heraldik, kollektive Identität und die visuelle Gestaltung historischer Figuren.
Die Ausgabe wird zudem international besetzt sein. Dazu zählen die polnische Historikerin Joanna Mendyk, Doktorin der mittelalterlichen Geschichte an der Universität Saragossa im Rahmen einer Cotutelle mit der Jagiellonen-Universität in Krakau, ihrer Heimatuniversität, sowie Florinda Barbosa von der Universität Minho in Braga, Portugal. Im Programm werden verschiedene spanische und europäische Universitäten und Institutionen vertreten sein.
EINE INTERDISZIPLINÄRE AUSGABE
Eines der prägenden Merkmale dieser Ausgabe wird gerade die Vielfalt der Perspektiven sein. Der Kongress wird Kleidung als eine grundlegende Quelle zum Verständnis historischer Gesellschaften untersuchen. Durch Kleidung konnten Rang, Autorität, wirtschaftliche Möglichkeiten, die Zugehörigkeit zu einer Familie oder sozialen Gruppe, die militärische Funktion, Herkunft oder Ansehen vermittelt werden.
Aus diesem Grund wird während der Tagung über Themen wie mittelalterliche zivile und militärische Kleidung, die Anfänge der Heraldik und von Identifikationssystemen, luxuriöse Stoffe und ihren wirtschaftlichen sowie symbolischen Wert, soziale Differenzierung durch Kleidung, die Bekleidung mittelalterlicher Heere und Lager, die Darstellung von Macht sowie die Rolle der Kostüme in darstellenden Künsten und historischen Rekonstruktionen diskutiert.
Besondere Bedeutung wird auch der Analyse der Dokumentations- und Rekonstruktionsprozesse zukommen. Dabei wird untersucht, wie aus historischen Quellen die materielle Gestaltung eines Kleidungsstücks, einer Figur oder einer Inszenierung entsteht und wo die Grenzen zwischen Authentizität, Anpassung und künstlerischer Gestaltung liegen.